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Aeronauticum Nordholz b.Cuxhaven

Zeppelin-Museum Tønder/DK

 

 

Aeronauticum Nordholz

 

Bericht vom Besuch

am 29-07-2002


Das Aeronauticum in Nordholz bei Cuxhaven, ist für alle Freunde der Luftschifffahrt eine hochinteressante und umfangreiche Ausstellung. Ich war überrascht mit welcher Detailtreue und Ausführlichkeit das Thema dokumentiert wird.

 

Das Museum ist in die Bereiche - Luftschifftechnik - Marine-Luftschiffe - Luftschiffplatz Nordholz - Zivile Luftschifffahrt - See- und Marineflieger gegliedert. Außerdem befinden sich im Außenbereich zahlreiche Hubschrauber und Flugzeuge. In einem Raum wird ein ergänzender ca. einstündiger Videofilm über die Vergangenheit und Zukunft der Luftschiffe gezeigt.


drehbare Luftschiffhalle "Nobel" als Schaukastenmodell

Der ehemalige Luftschiffplatz befand sich auf einem weitläufigem Areal und hatte mehrere Luftschiffhallen. In einem der vielen Schaukästen kann man sich einen Gesamtüberblick über den damaligen Standort verschaffen.


Beeindruckend ist die Detailtreue der Modelle. Hier das Marineluftschiff L-3 - im Hintergrund die Doppelluftschiffhalle "Nobel" als Zeichnung.


 
Historische Aufnahme vom Luftschiffplatz Nordholz


Wohl das berühmteste Luftschiff der Welt - Zeppelin LZ-129 "Hindenburg".

Bekannt ist, daß am 6. März 1937 mit dem tragischen Unglück beim Anflug auf Lakehurst die Passagierbeförderung mit Luftschiffen ein vorläufiges Ende fand.Warum das Luftschiff Feuer gefangen hat, wird wohl nie ganz geklärt werden können. Man geht heute von zwei Theorien aus, die beide schlüssig sind. Erstens kam es zwischen Luftschiffhülle und den Gaszellen zu elektrischen Entladungen, welche konstruktionsbedingt waren. Da über Lakehurst kurz vorher ein Gewitter tobte, könnten die Potentialunterschiede so hoch gewesen sein, dass die statische Entladung den Wasserstoff entzündet hat. Zweite Theorie ist der extrem brennbare Anstrich von LZ-129, möglicherweise kam es dadurch zuerst zu einem Brand der Hülle und dann zur Entzündung des Wasserstoffes.

Im Videofilm des Museum werden diese Theorien aber viel genauer erläutert.


Der Bereich, welcher sich mit Marineluftschiffen beschäftigt gibt einen ganz genauen Einblick in die militärische Luftschifffahrt des 1. Weltkrieges. Über 100 Luftschiffe waren in diesen Jahren in Kriegs- oder Aufklärungseinsätzen unterwegs.

Viele Originaldokumente befassen sich aber auch mit dem Schicksal der Besatzungen dieser Luftschiffe. Briefe und Telegramme von Soldaten und Offizieren sind ausgestellt. Zum Beispiel die Briefe des Marine-Funkers Klee an seine Eltern, der zwei Abstürzen entging und dann doch mit L-31 über London abgeschossen wurde.


Das Ende des Marineluftschiffes L-19 und seiner Besatzung - Februar 1916.

Über England gab es Motorprobleme, so dass L-19 vom Wind abgetrieben wurde und schließlich über den Niederlanden unter Beschuss kam und in der Nordsee notlandete.
Die Überlebenden harrten auf dem vorderen Teil der Luftschiffhülle aus. Ein englisches Fischereischiff verweigerte jedoch Hilfe für die Besatzung. L-19 versank am 2. Februar 1916. Monate später wurde eine Flaschenpost mit Abschiedsbriefen der Besatzung und der Beschreibung der Umstände in Schweden gefunden.

Diese bewegenden Dokumente sind im Museum ausgestellt und zeigen Tragik und Grausamkeit des 1. Weltkrieges.


Dieser kleine Bericht kann nur einen Teil dessen wiedergeben, was die Ausstellung zu bieten hat. Für Interessierte empfiehlt sich deshalb nur ein eigener Besuch.

Fazit:
Der Besuch im Aeronauticum Nordholz gibt einen umfassenden Überblick über die Luftschifffahrtsgeschichte und den Luftschiffplatz Nordholz.

Viele sehr detailgetreue Modelle, umfassende Dokumentation, gute Gestaltung des Innen- und Außenbereiches, sehr günstiger Eintrittspreis und vieles mehr veranlassen mich zur Wertung:

 sehr zu empfehlen